Uwe Horn

ROAS bei Shopify:Ab wann deine Ads wirklich Gewinn bringen

Uwe HornShopify Partner, Rügen
Shopify · 4 Min. Lesezeit

Ein hoher ROAS im Ads-Konto heißt nicht automatisch Gewinn. Wie du deinen Break-even-ROAS berechnest, welche Kosten die Werbeplattform verschweigt – und ab wann sich Shopify-Ads für dich lohnen.

01 /Umsatz ist nicht Gewinn – und dein Ads-Konto verschweigt den Unterschied

Du schaust in den Werbeanzeigenmanager, siehst einen ROAS von 4 und denkst: läuft. Vier Euro Umsatz für jeden Euro Werbung – klingt super. Und trotzdem ist am Monatsende weniger auf dem Konto, als du gedacht hast. Kennst du das?

Der Grund ist simpel und teuer zugleich: Der ROAS im Ads-Konto rechnet nur Umsatz gegen Werbeausgaben. Er weiß nichts von deinen Produktkosten, deinem Versand, den Zahlungsgebühren oder deinen Retouren. Genau diese Kosten entscheiden aber, ob eine Bestellung Gewinn bringt oder dich Geld kostet.

Ich sage das nicht aus dem Lehrbuch. Ich betreue Shopify-Shops und schalte Ads mit vierstelligen Monatsbudgets. Der häufigste Denkfehler, den ich sehe – ist, den ROAS im Werbekonto mit Profitabilität zu verwechseln.

02 /Was ROAS überhaupt bedeutet

ROAS steht für Return on Ad Spend – zu Deutsch: Wie viel Umsatz bekommst du für jeden Euro Werbung zurück.

ROAS = Umsatz ÷ Werbeausgaben

Ein ROAS von 4 heißt: 100 € Werbung bringen 400 € Umsatz. Klingt nach einem klaren Gewinn. Ist es aber nur, wenn von diesen 400 € nach allen anderen Kosten genug übrig bleibt, um die 100 € Werbung zu decken. Und das ist der Punkt, den die Zahl allein nie verrät.

03 /Warum „ein guter ROAS” die falsche Frage ist

Es gibt keinen allgemein „guten” ROAS. Er hängt komplett von deiner Marge ab:

Shop A – hohe Marge

70 % Deckungsbeitrag (z.B. digitale Produkte, Eigenmarke). Hier bist du schon bei ROAS 1,5 profitabel. Werbung darf teuer sein.

Shop B – schmale Marge

30 % Deckungsbeitrag (z.B. Handelsware mit Versand). Hier machst du selbst bei ROAS 3 noch Verlust. Du brauchst deutlich mehr.

Zwei Shops, derselbe ROAS – einmal Gewinn, einmal Verlust. Deshalb bringt dir kein Richtwert aus einem Blogartikel etwas. Was du brauchst, ist deine eigene Grenze: der Break-even-ROAS.

04 /Der Break-even-ROAS: deine persönliche Gewinnschwelle

Der Break-even-ROAS ist der ROAS, bei dem du weder Gewinn noch Verlust machst. Alles darüber ist Gewinn, alles darunter Verlust.

Break-even-ROAS = Bestellwert ÷ Deckungsbeitrag pro Bestellung

Der Deckungsbeitrag ist das, was nach allen variablen Kosten pro Bestellung übrig bleibt – bevor du Werbung bezahlst:

Deckungsbeitrag = Bestellwert − Produktkosten − Versand − Verpackung − Zahlungsgebühren (− anteilig Retouren)

Ein konkretes Beispiel

Nehmen wir eine typische Bestellung:

  • Bestellwert (netto): 60 €
  • Produktkosten: 20 €
  • Versand (von dir getragen): 4,50 €
  • Verpackung: 1 €
  • Zahlungsgebühr (1,9 % + 0,25 €): ≈ 1,40 €

Deckungsbeitrag = 60 − 20 − 4,50 − 1 − 1,40 = 33,10 € (55 % vom Bestellwert)

Break-even-ROAS = 60 ÷ 33,10 = 1,81

Heißt: Erst ab einem ROAS von 1,81 verdienst du überhaupt etwas. Dein schöner ROAS von 4 bedeutet hier also tatsächlich Gewinn – aber die Grenze liegt viel höher, als die meisten schätzen. Und wenn Retouren dazukommen oder die Marge dünner ist, verschiebt sie sich schnell Richtung 2,5 oder 3.

05 /Was der Werbeanzeigenmanager dir nicht zeigt

Die Plattform (Meta, Google) kennt nur Umsatz und Werbeausgaben. Sie hat keine Ahnung von:

  • Produktkosten (COGS) – oft der größte Brocken
  • Versandkosten, die du übernimmst
  • Verpackung & Fulfillment
  • Zahlungsgebühren (Shopify Payments, PayPal & Co.)
  • Retouren – jede zurückgeschickte Bestellung kostet dich Logistik, auch wenn die Ware zurückkommt

Zusammen fressen diese Posten in vielen Shops 50–70 % des Bestellwerts. Wer sie ignoriert, optimiert Kampagnen auf eine Zahl, die mit dem echten Gewinn wenig zu tun hat.

06 /Rechne es für deinen Shop aus – in 30 Sekunden

Genau dafür habe ich einen kostenlosen Rechner gebaut. Du trägst deine Zahlen ein und siehst sofort deinen echten Deckungsbeitrag, deinen Break-even-ROAS und – wenn du deine Werbekosten eingibst – den tatsächlichen Gewinn pro Bestellung.

👉 Zum Shopify Profit- & ROAS-Rechner – ohne Anmeldung, läuft komplett in deinem Browser.

07 /Was du mit dieser Zahl machst

Sobald du deinen Break-even-ROAS kennst, ändert sich, wie du Werbung steuerst:

  • Zielvorgabe setzen: Deine Kampagnen sollten deutlich über dem Break-even laufen, nicht knapp darüber – du willst ja Gewinn, nicht nur Kostendeckung.
  • Marge verbessern statt nur Ads optimieren: Oft ist der größere Hebel nicht die Kampagne, sondern der Bestellwert (Bundles, Upsells) oder niedrigere Stückkosten.
  • Ehrlich abschalten: Kampagnen, die dauerhaft unter dem Break-even liegen, sind kein „Investment in Reichweite” – sie sind ein Leck.

08 /Fazit: Kenn deine Zahl, bevor du Budget verbrennst

Ein hoher ROAS im Ads-Konto fühlt sich gut an, sagt aber nichts über deinen Gewinn. Erst wenn du alle Kosten pro Bestellung einrechnest und deinen Break-even-ROAS kennst, steuerst du deine Werbung auf das, was zählt: Gewinn, nicht Umsatz.

Rechne deinen Wert einmal aus – mit dem Rechner geht’s in Sekunden. Und wenn die Zahlen enger sind, als sie sein sollten: In meiner Digitalberatung schauen wir gemeinsam, wo der Hebel liegt – bei den Ads, der Marge oder der Conversion. Mehr zu profitablen Shops findest du auch auf meiner Seite zu Shopify-Onlineshops.

09 /Häufige Fragen

Was ist ein guter ROAS?

Es gibt keinen universell 'guten' ROAS – er hängt von deiner Marge ab. Ein Shop mit 70 % Deckungsbeitrag ist schon bei ROAS 1,5 profitabel, ein Shop mit 30 % Marge macht bei ROAS 3 noch Verlust. Entscheidend ist nicht ein Richtwert, sondern dein persönlicher Break-even-ROAS.

Wie berechne ich den Break-even-ROAS?

Break-even-ROAS = Bestellwert geteilt durch Deckungsbeitrag pro Bestellung. Der Deckungsbeitrag ist der Bestellwert minus Produktkosten, Versand, Verpackung und Zahlungsgebühren (und anteilig Retouren). Liegt dein tatsächlicher ROAS über diesem Wert, verdienst du; darunter zahlst du drauf. Mit dem kostenlosen Shopify-Rechner geht das in Sekunden.

Warum macht mein Shop trotz gutem ROAS keinen Gewinn?

Weil der ROAS im Ads-Konto nur Umsatz durch Werbeausgaben rechnet – er kennt deine Produktkosten, Versand, Verpackung, Zahlungsgebühren und Retouren nicht. Diese Kosten fressen oft mehr als die Hälfte des Bestellwerts. Erst wenn du sie einrechnest, siehst du den echten Gewinn pro Bestellung.

Was ist der Unterschied zwischen ROAS und ACOS?

ROAS (Return on Ad Spend) ist Umsatz geteilt durch Werbeausgaben – z.B. ROAS 4 heißt 4 € Umsatz je 1 € Werbung. ACOS (Advertising Cost of Sales) ist der Kehrwert in Prozent: Werbeausgaben geteilt durch Umsatz. ROAS 4 entspricht 25 % ACOS. Beide messen dasselbe, nur andersherum.

Weiterlesen. Mehr aus der Praxis.

Alle Insights

Bereit?

Dein Projekt.Mein Fokus.

Erzähl mir in einer Minute, worum es geht. Ich melde mich innerhalb von 24 Stunden – persönlich, mit einer ehrlichen Ersteinschätzung.

Neue Projekte

mail@uwe-horn.net

Sitz

Göhren, Rügen

Bundesweit tätig · +49 163 4707134

So geht’s los

30-Min-Call → klares Angebot

Projektpreis oder Growth Partner · unverbindlich

Schritt 1 von 3

Worum geht’s?

Projektart
Dauert 60 Sekunden. Kein Newsletter, kein Spam – nur meine Antwort.
Projekt anfragen